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Kontroverse Gedanken

Es gibt Gedanken, die kaum gedacht werden, da diese nicht salonfähig sind. Einig sind wir uns ja, dass die Überbevölkerung zunehmend zu einem Problem wird, einem Platz-Problem, einem Ressourcen-Problem, einem allgemeinen Verteil-Problem. Diese Überbevölkerung gilt es zu stoppen. Bei einer Überbevölkerung von Tieren würde für die Jagd eine Abschussquote gesetzt. Bei Menschen ist dies zum Glück undenkbar.

Da auch der Krieg zur Reduktion der Bevölkerungszahl wohl nicht das geeignete Mittel ist und wir uns auch keinen viel krasseren Virus dazu wünschen (obwohl der geplante Fruchtbarkeits-Virus im Buch „Inferno“ von Dan Brown durchaus interessante Aspekte hätte), geht das wohl nur über eine krasse Umverteilung der Gelder. Damit könnte die soziale Sicherheit der ärmeren Menschen gefördert werden, womit diese nicht mehr darauf angewiesen sind, Ihre Pension durch möglichst viele Kinder zu sichern.

Umverteilung ist also nicht nur eine moralische Frage, sondern auch eine umwelttechnische. Wir sind uns zwar einig, dass die reichen Länder generell eine Verantwortung tragen, doch wohl viel zu wenig einig, dass die reichsten Menschen darüberhinaus eine klare zusätzliche Verantwortung für den Klimaschutz haben und zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

Die dringend benötigte Luxus-Umwelt-Steuer

Und dies soll nicht nur einfach über generöse Gesten, medienwirksame Milliarden -Spenden und karitative Stiftungen erfolgen, die dann die Person in ein gutes Licht rücken. Es ist sicher gut, dass sich einige dieses Superreichen etwas Ihrer Verantwortung bewusst sind, doch leider sind es nur einige.

Wir benötigen dringend eine Umwelt-Luxus-Steuer. Häuser über 200 Quadratmeter Wohnfläche, privater Landbesitz über 1000 Quadratmeter, luxuriöse Jachten und Privatjets gehören saftig besteuert. Ebenso andere unnötige Luxusprodukte, die es zu einem normalen Leben nicht braucht. Und zwar nicht erst morgen, nach stundenlangen, ergebnislosen Klimagipfeln – sondern jetzt.

Eine eindrückliche Animation dazu, sind die 10 reichsten Menschen von 1990 – 2020. Die Animation verdeckt dabei auf den ersten Blick etwas wesentliches. 1990 war die Walton Family mit rund 15 Milliarden US$ an der Spitze. 2020 ist Jeff Bezos mit 183 Milliarden Nummer 1. Je nach Quelle variieren die Zahlen ein wenig, aber damit hat er rund 12 Male mehr als die reichste Familie 30 Jahre zuvor. Und sein Vermögen ist 55 mal grösser als das jährlich BIP von Burundi mit 12 Millionen Einwohnern.

Mit den 15 Milliarden, die einmal die Walton Family zu den reichsten Menschen gemacht hat, würde man ürbeigens heute nicht mal mehr in die Top 100 kommen….

Die Umweltverantwortung der Religionen

Die Rolle der katholischen Kirche zu diesem Theme müssten wir wohl gar nicht erst erwähnen, denn aus ökologischer Sicht ist die Haltung der Kirche auf’s Äusserste zu kritisieren und müsste in diesem Bezug viel offensiver thematisiert werden. Aber auch andere Religionen, die kinderreiche Familien programmatisch verankert haben, müsste man aus Umweltgründen viel stärker hinterfragen. Auch müsste man viel konsequenter Verhütungsmassnahmen fördern, da beispielsweise der Zugang zu Anti-Baby Pillen in vielen ärmeren Ländern schon aus finanziellen Gründen nicht verfügbar ist.

Unsere Welt platzt aus den Nähten und damit werden unsere Ressourcen je länger, je mehr überbeansprucht. Ein Teil der oben erwähnten Steuereinnahmen könnte dafür verwendet werden und in die Investition in System der sozialen Sicherheit, damit die Kinder nicht die Altersversicherung sind.

Der zweifelhafte Hippokrates – Eid

Nicht zuletzt aber müsste man auch die Rolle der modernen Medizin genauer betrachten. Ist das ärztliche Credo der unbedingten Lebenserhaltung ökologisch wirklich noch aufrecht zu erhalten? Macht es Sinn, das wir immer älter werden und den Platz der Jungen damit einschränken? Und das wir unser Leben künstlich auf Intensiv-Stationen verlängern? Früher gingen die Indianer in die Wüste, wenn sie nichts mehr zur Gemeinschaft beitragen konnten. Ehrlicherweise kann ich mir das selbe auch nicht vorstellen, doch dies sind ein paar vielleicht weniger übliche Fragen zu diesem Thema, die es durchaus wert sind bedacht zu werden.

Diese Punkte werden viel zu selten diskutiert. Obwohl ich fast alle Literatur zu dem Thema lese, vermisse ich einige dieser grundsätzlichen Fragen in der Fachliteratur.

Die fragwürdige Rolle des Kapitalismus

Viel zu wenig diskutiert wird auch die grundsätzliche Rolle des Kapitalismus, des „Immer mehr“. Die Grenzen des Wachstums werden zwar nach nun bald 50 Jahren endlich vermehrt diskutiert (der Bericht erschien 1972…). Doch der entfesselte Turbo-Kapitalismus mit so abartigen Instrumenten wie dem Leerverkauf und spekulativem Handel mit Lebensmitteln wird nach wie vor zu wenig kritisiert. Eigentlich müsste das komplett verboten werden.

Auch das Dogma, immer an den günstigsten Orten zu produzieren und damit Transporte rund um die ganze Welt zu fördern, müsste ernsthafter diskutiert werden und die Transportkosten generell massiv erhöht werden. Und das nicht nur jetzt, wenn gerade Corona die Transportpreise erhöht. Dies würde dann gleichzeitig auch die fragwürdige öffentliche Beschaffunspolitik z.B. in Europa in Frage stellen, denn es kann ja nicht sein, das Aufträge an Unternehmen vergeben werden, die tausende von Kilometern entfernt liegen, nur weil alle Aufträge europaweit ausgeschrieben werden müssen.

Auf das Thema der Alternativen zum bestehenden Kapitalismus werde ich dann im dritten Buch genauer eingehen. Der Plot dazu besteht bereits, es sei nur so viel verraten, dass neu eingeführte Systeme in diesem Roman ziemlich massiv von den Profiteuren der bestehenden System angegriffen werden.

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