Alle drei Bücher handeln rund um das Thema Nachhaltigkeit. Im ersten Roman liegt der Fokus auf nachhaltigen Finanzanlagen und unnachhaltigem Palmöl-Anbau, im zweiten liegt der Fokus auf verantwortungsbewusstem Tourismus und einer nachhaltigen Steuerreform und der dritte Teil behandelt nachhaltige (Wirtschafts-) Systeme.
Auf dieser Seite möchte ich Ihnen ein paar meiner Gedanken zu diesen Themen aufzeigen. Ganz unten an der Seite, werde ich darauf eingehen, welchen Bezug ich dazu habe und warum die Bücher alle von diesem Thema handeln.
Nachhaltige Finanzanlagen
Per Definition beruht die Nachhaltigkeit auf den drei Pfeilern Ökologie, Ökonomie und Soziales, wobei speziell auf die Ökonomie hinzuweisen ist, denn die geht oft in eher idealistischen Projekten unter. Ein anderer Begriff dafür, speziell in der Finanzbranche, ist ESG, was Environment – Social- Governance (zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bedeutet, die die Kriterien für nachhaltige Anlagen bilden.
Für mich, dem Autor, sind nachhaltige Finanzanlagen der grösste Hebel zur nachhaltigen Entwicklung. Denn die Finanzen ermöglichen sinnvolle Projekte, können schädigende Projekte stoppen und öffnen Türen zu Innovationen. Darum sollten sich alle überlegen und auch aktiv nachfragen, für wen ihr Geld wirklich arbeitet, was leider immer noch zu wenige tun. Oder wissen Sie, in welche Bereiche Ihre Bank, ihre Versicherung oder ihre Pesionskasse investieren?
Aber die Lösung alleine kann nicht nur auf der Seite der Privaten oder Unternehmen liegen, die investieren. Um zu investieren, bedarf es Investitionssicherheit. Also die Gewährleistung, dass das Geld auch wirklich sinnvoll angelegt wird und eine Wirkung erzeugt (mir gefällt das Wort “Impact Investing”, weil damit klar wird, das auch eine Wirkung erzielt wird). Leider sind die derzeit herrschenden Standards für nachhaltige Investments relativ unübersichlich und grundsätzlich zu lasch ausgelegt. Schlimmer noch ist die Qualitätssicherung dieser als Green Bonds oder ähnlich bezeichneten Anlagemöglichkeiten, denn diese sind teilweise praktisch inexistent oder werden nur zu Marketing-Zwecken hervorgehoben, aber dann nicht konsequent durchgesetzt.
Der Spruch “Lassen Sie ihr Geld arbeiten” sollte grundsätzlich überdacht werden. Dazu soll die Lektüre des ersten Buches anregen.
Nachhaltige Landwirtschaft
Am Beispiel der Palmöl-Industrie zeige ich im ersten Buch auf, welche Wirkungen scheinbar nachhaltige Investitionen haben können. Leider sind die Qualitäts-Standards in dieser Branche kaum entwickelt und werden auch nur selten aktiv kontrolliert, auch wenn dies anders, teils in schilldernden Farben kommuniziert wird.
Auch werden die Anbaumethoden kaum hinterfragt. Obwohl aus diversen Foschungsresultaten eigentlich klar belegt wurde, dass die Diversität der angebauten Pflanzenarten insgesamt den Ertrag aus den Agrikulturen erhöht (und damit das Einkommen), kam diese Botschaft bis heute bei den Palmöl- oder aber auch bei Kautschuk- und anderen Monokultur-Farmern praktisch nicht an.
Fährt man durch Südthailand oder Malysia wird es einem gähnend langweilig wegen diesen kilometer- und kilometerlangen Monokulturen. Was diese für die Bio-Diversität bedeuten, mag man sich gar nicht ausmalen, da stellt man das Nachdenken einfach besser ab. Und wieviel Wald dafür abgeholzt wurde ist eine Frage, die man besser nicht stellt.
Das erste Buch behandelt exemplarisch nur die Palmöl – Industrie, aber gilt für viel landwitschaftliche Aktivitäten. Die Rinderzuchten und der Sojaanbau in Brasilien, der gentechnische optimierte Reis-Anbau in vielen Ländern, die Saatgut-Industrie mit Namen wie Monsanto, aber auch die Biodiversität beispielsweise bei den Äpfeln in Europa, bei denen gewisse alte Sorten aussterben. Es kann doch nicht sein, das Patente auf Naturprodukte angemeldet werden, oder? Wo führt das hin?
Nachhaltige Produktionsbedingungen
Ein Beispiel dazu beleuchte ich ebenfalls im ersten Buch. Einige mögen einwenden, dass die die Ausnahme sei. Doch aufgrund all meiner Erfahrungen während des Lebens in sogenannten Entwicklungsländern, würde ich das fast eher als Standard einstufen, alles andere ist geschicktes Marketing.
Unser europäisches / westliches Leben fördert eine abolut zerstörerische Elektronik-Industrie, die vor nichts zurückschreckt, sei es das Vergiften von Landflächen, das Ausbeuten von Angestellten, absolut krasse Kinderarbeit (nicht zu vergleichen mit den bei uns im elterlichen Betrieb mitwirkenden Kindern) oder eine exportierende Abfallindustrie, die keine Regeln kennt.
Klar, auch ich benötige mal ein elektronisches Gerät und auch ich habe beim letzten Mal nicht nach den Produktionsbedingungen gefragt, denn leider ist das viel zu schwierig und undurchsichtig. Wenn Geräte so gebaut werden, dass sie nach Ablauf der Garantie ersetzt werden müssen, kann ja auch nichts dabei herauskommen. Die Hersteller sollten regulatorisch viel länger in die Garantiepflicht genommen werden.
Oder noch besser – wir wechseln vom Kauf- zum Leasing-Modell, bei der die Hersteller den Unterhalt übernehmen müssen. Dann wird es schnell gehen, bis wir eine radikal verbesserte Qualität der Geräte haben.
Ein Faktor, den ich auch im Buch beleuchte: Je mehr Zwischenstellen ein Projekt beaufsichtigen, desto grösser ist die Anfälligkeit für Korruption. Logisch – denn in ärmeren Ländern sind auch die Kontrolleure zu schlecht bezahlt – da ist man einfach anfällig. Auch da gaukeln einem selbsternannte und vor allem selbstkontrollierte Labels etwas vor.
Ein Ausblick auf die folgenden Themen
Im zweiten Buch liegt der Fokus auf nachhaltigem Tourismus – denn ich habe selber in dieser “Branche” gearbeitet und habe ein paar Geschichten zu erzählen. Mehr Schein als Sein, ist wohl die Zusammenfassung. Ob Green Washing eine Idee der meeresnahen Tourismus-Industrie ist, sei nicht weitererörtert, aber an vielen Orten ist dies wohl die beste Bezeichnung.
Das zweite Thema in nächsten Roman ist eine nachhaltige Steuerreform. Von ökologischen Steuerreformen haben wir ja schon oft gehört, aber was eine nachhaltige Steuerreform bedeuten würde, ist nur wenig diskutiert. Am Beispiel des Tourismus ergeben sich da einige grundlegenden Fragen.
Im dritten Buch kommen wir dann dem Kern der Sache noch näher. Der entfesselte Turbo-Kapitalismus mit so abartigen Instrumenten wie dem Leerverkauf und spekulativem Handel mit Lebensmitteln wird nach wie vor zu wenig kritisiert.
Die Alternativen zum bestehenden Kapitalismus werden nur selten diskutiert, weil dies die herrschenden (und finanzierenden) Eliten wohl eher weniger erfreuen würde. Der Plot des dritten Buches steht bereits, es sei nur so viel verraten, dass neu eingeführte Systeme in diesem Roman ziemlich massiv von den Profiteuren des bestehenden Systems mit den verschiedensten Mitteln angegriffen werden. Und natürlich sind die Akteure des ersten und zweiten Buches aktiv beteiligt und fördern unbequeme Wahrheiten ans Licht.
Warum behandeln alle Bücher dieses Thema?
Mir, dem Autor persönlich liegt das Thema aus verschiedener Sicht sehr nahe. Schon früh stellte ich aufgrund meiner langen Reisen fest, dass die Welt bereits damals, vor 30 Jahren, verschiedene Nachhaltigkeitsprobleme zutage fördert. Damals benannte man es selten mit diesem Begriff und auch das Wort Klimawandel war nur den wenigsten Menschen bekannt. Doch in allen Ländern stellte ich zunehmende Probleme mit dem Abfall und ein fehlendes Umweltbewusstsein fest. Das ich mit dem Fahrrad unterwegs war, wurde von vielen erstaunt wahrgenommen, jetzt wo es doch günstig Motorräder gibt – wieso soll man sich da noch anstrengen?
Hautnah erlebte Kriegsszenen führten mich zur Verweigerung des Militärdienstes und nach den Reisen beschloss ich mich Richtung sozialer Arbeit zu entwickeln. Dies war der eigentliche Start für mein persönliches nachhaltiges Engagement, dass mich über verschiedene berufliche Tätigkeiten, Weiterbildungen, einem Studium im Thema “Nachhaltigkeits-Management” und private Projekte in diesem Bereich zum Schreiben dieses Buches führte. Und so ist denn mein wohl hautsächliches Anliegen, dass das Lesen des Buches nicht nur spannend ist, sondern auch zum Nachdenken über den Begriff der Nachhaltigkeit anregt und optimalerweise in ein diesbezügliches Handeln mündet.
Diskussionsvorschläge
In allen drei Büchern wird jeweils im Anhang ein Diskussionspapier zum Thema Nachhaltigkeit publiziert, dass in einigen Punkten über die bis jetzt angedachten Ansätze hinausgeht. Durch das Format als Teil des Buches können diese Vorschläge auch mal provozierend sein und vielleicht bei einem ersten Lesen Kopfschütteln auslösen. Doch die Thesen sind durchdacht und sollen zu Diskussionen anregen. Im ersten Buch sind dies die “Recommendations of Singapore”, die an dem Finanzkongress entstehen, an dem die Protagonisten des Buches teilnehmen.
Hier können Sie das Dokument herunterladen:
Es würde mich sehr freuen, wenn wir diese Vorschläge in dem speziell dafür vorgesehenen Forum diskutieren könnten. Ich bin jetzt schon gespannt auf Ihre Rückmeldungen!